Markenworkshop als Offsite: Warum ich Markenarbeit in einer Woche anders mache

Ein Markenworkshop als Offsite: Marco Barooah-Siebertz steht für zwei weißen Tafeln in einem Garten. Vor ihm ein Tisch mit Workshop-Teilnehmern.

Ich mache seit Jahren Marken- und Designarbeit. Der Prozess sieht meistens so aus: Kickoff-Call, Briefing, Workshop, zwei Wochen Pause, Präsentation, Feedback-Runde, Iteration, nochmal Präsentation, Launch.

Das funktioniert natürlich im Arbeitsalltag. Aber wenn ich ehrlich hinschaue, ist es auch oft ineffizient. Und zwar nicht wegen der Arbeit selbst, sondern wegen der Zeit, die zwischendrin verloren geht. Warum der Markenworkshop als Offsite eine Lösung sein könnte.


Das eigentliche Problem heißt Warten

Warten auf Feedback. Warten auf Freigaben. Warten, bis alle Entscheider gleichzeitig verfügbar sind – egal ob virtuell oder im selben Raum.

Kreative Arbeit ist im Kern dialogisch, sie lebt vom Wechselspiel: Idee, Reaktion, Weiterentwicklung. Wenn dieser Dialog asynchron läuft – per E-Mail, per Kommentar im Dokument, in wöchentlichen Abstimmungscalls – geht etwas verloren: die Energie, der rote Faden, das Momentum.

Ich erlebe das regelmäßig – nicht als Versagen, sondern als Eigenheit des Agenturalltags.


KI löst das nicht

Es gibt gerade viel Begeisterung darüber, wie KI Kreativprozesse beschleunigt. Ich teile sie – bis zu einem Punkt: Ja, KI beschleunigt die Produktion – Varianten entstehen schneller, Texte, Bilder, Konzepte – alles geht rascher.

Aber KI löst nicht das Problem, dass Markenarbeit eine zutiefst menschlich-dialogische Arbeit ist. Sie braucht echte Reaktionen, echte Reibung, echte Momente des Erkennens. „Ja, genau das sind wir.“ – diesen Satz kann keine KI produzieren. Den sagt ein Mensch, wenn er etwas sieht, das stimmt. Das kann sie nicht beschleunigen, das ist Menschenarbeit.


Das Experiment: eine Woche, ein Ort

Deshalb teste ich ein anderes Format: Eine Woche, ein Ort, das Kundenteam, Superblau und das, was dabei entsteht. Kein asynchrones Warten, kein „ich komme nächste Woche mit Feedback zurück.“ Stattdessen: alle gleichzeitig im Raum, alle mit demselben Fokus, alle bereit, echte Entscheidungen zu treffen.

Ich nenne es Markenworkshop als Offsite – und es fühlt sich fundamental anders an als jeder Standardprozess.


Was in dieser einen Woche passiert

Es ist keine Klausur, kein Kreativcamp mit Yoga und Inspirationsvorträgen. Es ist Arbeit – ehrliche, konzentrierte, manchmal anstrengende Arbeit. Nur ohne die Unterbrechungen, die normalen Bürotagen das Rückgrat brechen.

Workshops unter freiem Himmel, Whiteboard-Sessions mit Kaffee und gelegentlich einem Hund unter dem Tisch, Abends gemeinsam kochen – und dabei merken, dass die besten Gedanken oft dann kommen, wenn niemand mehr aktiv nachdenkt. Spaziergänge, bei denen Ideen auftauchen, die im Meetingraum nie entstanden wären, weil Bewegung das Denken verändert und weil ein anderer Ort andere Gedanken produziert.

Das ist nicht romantisch gemeint, sondern Kognitionswissenschaft.


SkyHeia: Der erste Outdoor-Design-Sprint

Das erste vollständige Offsite in diesem Format war mit dem Team von SkyHeia.

Ich nenne es intern den Outdoor-Design-Sprint. Eine Woche konzentrierte Markenarbeit – Strategie, Positionierung, visuelles System. Alles in einem Zug. Was dabei entstand, war mehr als eine Marke. Es war ein gemeinsames Verständnis darüber, wer SkyHeia ist und wohin sie wollen. Das Team hatte es am Ende nicht nur gesehen – sie hatten es erarbeitet. Das ist ein Unterschied.

Eine Marke, die gemeinsam erlebt wurde, wird anders vertreten als eine, die man präsentiert bekommen hat.

Das klingt nach Softfaktor, ist es aber nicht. Ich sehe es in der Konsequenz, mit der ein Team nach so einem Prozess kommuniziert. In der Klarheit, mit der sie über sich reden und in der Tatsache, dass niemand mehr fragt: „Was meinen wir eigentlich damit?“


Nicht für jeden das Richtige

Ich sage das ganz bewusst – dieses Format kostet Zeit: Eine ganze Woche raus aus dem Tagesgeschäft – das ist für viele Teams keine leichte Entscheidung. Und es setzt voraus, dass die relevanten Entscheider wirklich dabei sind. Nicht nur als Beobachter, sondern als aktive Teilnehmer.

Wenn das nicht möglich ist, ist es das falsche Format. Dann ist ein klassischer Prozess – gut strukturiert, gut moderiert – die bessere Wahl. Aber wenn es möglich ist? Dann liefert dieses Format etwas, das kein Standardprozess je liefern kann.


Was ein Markenworkshop als Offsite produziert, das sonst niemand produziert

Ein klassischer Markenprozess produziert Ergebnisse: Positionierung, Leitidee, visuelles System. Ein Markenworkshop als Offsite produziert dasselbe – plus etwas anderes.

Er produziert eine Marke, die das Team am Ende wirklich versteht. Nicht weil sie eine gute Präsentation gesehen haben, sondern weil sie dabei waren, als sie entstand, weil sie selbst die Entscheidungen getroffen haben und weil sie in der Küche darüber diskutiert haben und auf dem Spaziergang den entscheidenden Gedanken hatten.

Marken, die man mitgebaut hat, verteidigt man. Marken, die man geliefert bekommt, verwaltet man.

Das ist der Unterschied – und der ist für mich ist er entscheidend.


FAQ: Markenworkshop als Offsite

Was kostet ein Markenworkshop als Offsite?

Das kommt auf Dauer, Teamgröße, Zielsetzung und Ort an. Ich arbeite in der Regel mit einer Woche und einem kleinen, entscheidungsfähigen Team. Wenn du wissen willst, ob das Format zu deiner Situation passt – schreib mir. Ich erkläre dir ehrlich, ob es Sinn macht.

Für welche Unternehmen ist dieses Format geeignet?

Vor allem für Unternehmen, die an einem Wendepunkt stehen: neue Marke, Neupositionierung, Markenerweiterung. Und die bereit sind, eine Woche zu investieren, um das Richtige richtig zu machen.

Wo findet ein Offsite statt?

Das hängt vom Team und vom Projekt ab. Es muss nicht weit weg sein. Es muss nur weg sein – weg vom Alltag, weg vom Büro, weg von den Routinen, die bekannte Gedanken produzieren.

Ist das Ergebnis besser als bei einem klassischen Prozess?

In der Qualität der Artefakte: nicht zwingend. In der Qualität des Verständnisses danach: ja. Das Team, das dabei war, hat die Marke nicht empfangen. Es hat sie gebaut. Das ist der entscheidende Unterschied.


Marco Barooah-Siebertz ist Gründer von Superblau in Köln – einer Agentur für Markenpositionierung, Storytelling und Website-Strategie. Er begleitet Startups und Mittelständler beim Aufbau klarer Markenbotschaften und konvertierender Websites. Kontaktiere ihn hier.

Bild von Marco Barooah-Siebertz

Marco Barooah-Siebertz

Als Geschäftsführer von Superblau setze ich in Design und Marketing auf die Kraft von Co-Kreation und Workshops. Ich bin Storyteller und Experte für Kommunikation in Medizin, Technologie und Wissenschaft.

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